Project Description

Man muss schnell sein, möchte man dokumentieren, was von einer Jahrhunderte währenden Geschichte übrig blieb.

Gutshäuser sind in Mecklenburg die zentralen Bauten in unzähligen Dörfern. Und das nicht nur geografisch. Als Zentrum der Macht, ausgeübt durch den Landadel über viele Generationen hinweg, waren sie der Bezugspunkt im Leben der Menschen. Als die Machtstrukturen zerbrachen, blieben sie als stumme und nicht selten verstümmelte Zeugen der Geschichte stehen. Sie wurden neu erobert, beherbergten als noch immer zentrale Häuser der Gemeinden viele Funktionen zwischen Schule, Kindergarten, Post, Kneipe, Disko, Gemeindebüro und Feierabendheim.

Mit dem Ende der DDR wurden sie vielfach leergezogen und zu Freiwild für Wetterunbilden und Vandalen. Das nennt man wohl Ironie der Geschichte: Den ihnen feindlich gesinnten Sozialismus haben etliche der “feudalen Herrensitze” überstanden, aus rein pragmatischen Gründen zumeist. Und dann machten ihnen Desinteresse und Unwissenheit den Garaus. Zu einer Zeit als man glaubte, das Schlimmste sei überstanden und man wüsste das Kulturerbe zu schätzen und zu retten. Statt zu sichern, wurde gestohlen, statt zu erhalten, wurde ausgeweidet, statt neu aufzubauen, wurde abgerissen.

Mittlerweile hat sich die Situation vielerorts gebessert. Verloren geglaubte Häuser wurden gerettet. Dass es erhöhtes Bewusstsein ist, möchte man glauben. Manchmal ist es wohl eher das Bedürfnis, in unsicheren Zeiten in feste Werte zu investieren. Sei’s drum, wenn es unser Kulturerbe sichert …

Wären da nicht die Orte der Schande wie Danneborth oder Alexanderhof, wo sich die Gemeinden freiwillig und aktiv ihrer Ortsmitte entleibt haben bzw. es andernorts noch vorhaben.

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